HITLERS NICHTE – eine verbotene Liebe
vom 27.04.2005
Vor einigen Tagen lief auf SAT.1 der Film “Hitlers Nichte – eine verbotene Liebe“. Zugegeben, nach dem grandiosen Bruno Ganz in “Der Untergang” war mir klar, daß dieser Film einen sehr schweren Stand haben würde, obwohl er früher gedreht worden ist. Die ersten Bilder sahen auch recht brauchbar aus und selbst der Schauspieler, der Hitler verkörperte, war zumindest optisch relativ authentisch. Tja, bis er den Mund aufmachte…und dazu fällt mir nur ein: Was sollte DAS denn bitte?! War es vermutlich im amerikanischen Original noch erträglich, so glänzt die deutsche Synchro mit einem unglaublichem Frevel: Wer hat bitte das Verbrechen geplant und begangen, Ekkehard Belle (Lorenzo Lamas aus Renegade, oder Saber Rider) die Synchronisation des Führers übernehmen zu lassen??? Das schlimmste jedoch ist, das immer zwei dazu gehören – einer, der sprechen läßt und der, der es tatsächlich spricht! Was hat sich Belle nur dabei gedacht? Das Honorar muß überaus üppig gewesen sein, sonst kann ich es mir nicht vorstellen… Mit seiner unverkennbaren, markanten Stimme kann er durchaus Bösewichtern Leben einhauchen – aber doch nicht dem GröIdiaZ (Größten Idioten aller Zeiten) – das muß doch selbst ihm klar sein! Nicht nur, das diese Stimme überhaupt nicht zur Figur paßt (Belle hat wahrlich besseres verdient) – ich würde sogar soweit gehen und sagen, daß soetwas der Karriere schaden kann… Aber darüber lassen sich nur Mutmaßungen anstellen. Ergänzend hinzufügen muß ich, das Ekkehard, abgesehen von der unpassenden Figur, einen soliden Job gemacht hat. Seine Stimme klang, wie immer, professionell und hat versucht, was von vorherein unmöglich war…
Flauschiger Führer
Nachdem ich meinen schweren Schock überwunden hatte, wurde mein Unmut noch größer – denn der Film war wirklich grottenschlecht gemacht (Zwar gehört das nicht hierher, aber dieser Hitler hüpfte durch seine Münchener Wohnung wie ein Gnom und versuchte auf kindischte Art und Weise seine Nichte zu beeindrucken) ! Der Versuch, Hitler als grausam-romantischen Verführer zu zeigen, der sich an die Tochter seiner Schwester heranmacht, ging sowas von daneben… Man kann einem Schlächter nun mal keine liebes-verklärten Ansichten aufzwingen. Aber ich finde immer noch: wäre diese grauenvolle Synchro nicht gewesen, hätte ich den Film vielleicht sogar bis zum Ende gesehen – aber diese 12 Minuten haben mir gereicht… (mj)
Wertung:
